Infektionserkrankungen

Überall wo viele Menschen (Kinder) beisammen sind haben die Infektionserkrankungen ein leichtes Spiel. Sie können sich hier besonders gut ausbreiten.

 

wichtige Fachausdrücke

  • Inkubationszeit: Die Zeit zwischen Ansteckung und Ausbruch der Erkrankung
  • Tröpfcheninfektion: Die Krankheitserreger (Viren oder Bakterien) werden durch die Atemluft verteilt bzw. übertragen, z.B. beim Husten und Niesen.
  • Kontakt- oder Schmierinfektion: Die Erreger werden durch Berührung oder Berührung von Gegenständen, die der Erkrankte in der Hand hatte übertragen.
  • Viren sind extrem kleine Lebensformen, welche sich nur in lebenden Zellen vermehren können. Nur bei wenigen Ausnahmefällen greift ein ursächliche Behandlung. Vorbeugende Schutzimpfungen sind möglich.
  • Bakterien sind einzellige Lebensformen. Sie können ziemlich gut mit Antibiotika bekämpft werden. Teilweise sind die Stoffwechselprodukte der Bakterien für den menschlichen Organismus giftig. Ein vorbeugender Impfschutz ist daher anzuraten. (z.B. gegen Tetanus und Diphtherie)

Atemwegserkrankungen

Dies sind die hauptsächlichen Infektionserkrankung an Schule und Kindergarten. Sie treten besonders zu Beginn der Heizungsperiode auf und ziehen sich bis in den späten Frühling hinein.
Die Erkrankungen heißen: Schnupfe, Rachenkatarrh, Bronchitis, Nasennebenhöhlen- und Mittelohrentzündungen.
Erreger sind hier in der Regel Viren. Bei länger anhaltenden Erkrankungen pfropft sich häufig noch eine bakterielle Besiedelung auf.
Die Schleimhaut von Nase, Rachen, Luftröhre, Bronchien und Mittelohr stellt ein zusammenhängendes Gebilde dar. Daher zieht eine Infektion des einen Gebietes häufig auch eine Infektion von benachbarten Bereichen nach sich.

Verhalten

Die Kinder sollten angehalten werden, dass sie sich nicht gegenseitig anhusten sondern bevorzugt die Ellenbeuge benutzen. Auch die Anleitung zum richtigen Gebrauch des Taschentuchs sollte schon früh erlernt werden.

Die Kinder können bei angemessener Kleidung im Freien spielen, wie andere Kinder auch. Frische Luft verbessert häufig das Befinden.

Im geheizten Zimmer sollte die Kleidung zwar wärmen, eine Überhitzung ist jedoch zu vermeiden.

Was ist zu beachten?

Sobald das Kind kein Fieber hat kann es mit Schnupfen und leichten Husten die Schule besuchen. Hat das Kind jedoch Kopfschmerzen und fühlt sich abgeschlagen oder müde, sollte es im eigenen Interesse zu Hause bleiben.

Ein Kind mit einem Ateminfekt und erhöhter Temperatur ist krank. Es gehört nicht in die Schule!

Fälle in denen ein Arztbesuch dringen anzuraten ist

Hält ein gelbeitriger Schnupfen länger als 5 bis 8 Tage an.
Dauert ein Husten schon länger als 1 Woche an ohne dass er sich verbessert.
Kinder, die wiederholt über Ohrschmerzen klagen.
Oder wenn Kinder nach einem Infekt den Eindruck erwecken schlechter zu hören.
Auch bei auffallend häufigen Atemwegserkrankungen macht ein Arztbesuch Sinn.

Influenza

Erreger
Influenza A und B mit ihren vielen unterschiedlichen Untertypen.

Inkubationszeit
ca. 1 bis 3 Tage

Übertragung
Tröpfchen- und Schmierinfektion

Symptome
Die „echte Grippe“ zeigt sich mit einem plötzlichen Beginn, mit hohem Fieber (meist über 38,5 Grad), Schüttelfrost, Abgeschlagenheit, Rücken- und Gliederschmerzen oftmals sind auch noch Brust- und Bauchschmerzen mit vergesellschaftet.
Der Rachen ist gerötet, die Kinder zeigen sich lichtscheu und meistens ist auch ein trockener Husten dabei.

Maßnahmen
Die Kinder sollten die Schule erst wieder besuchen, wenn sie tatsächlich gesund sind. 

Keuchhusten

Inkubationszeit
7 bis 20 Tage (jedoch meistens 7 Tage)

Übertragung
Tröpfchen- und Schmierinfektion

Krankheitsdauer
6 bis 8 Wochen

Ansteckungsgefahr
Mit Beginn der Erkrankung bis zur Gesundung ca. 6 Wochen lang.

Maßnahmen
Ohne Antibiotika-Behandlung können die Kinder frühestens 3 Wochen nach Ausbruch der Krankheit wieder zur Schule gehen.
Mit Antibiotika-Therapie  nach 5 Tagen.

Hand-Fuß-Mund-Krankheit

Die Hand-Fuß-Mund-Krankheit wird auch falsche Maul- und Klauenseuche genannt.

Erreger
Coxsackviren, die Erkrankungen finden in der Regel in den warmen Sommermonaten auf.

Übertragung
Tröpfcheninfektion von Nasen- und Mundsekret.

Inkubationszeit
3 bis 5 Tage. ca. 70% der Infektionen sind ohne erkennbare Symptome

Krankheitsverlauf
Beginnend mit akut auftretenden schmerzhaften Bläschen kommt es auch zu leichtem Fieber und Halsschmerzen. Im weiteren Verlauf sind die Hände und Füße mit schmerzenden Bläschen befallen. Nach 8 – 10 Tagen heilen die Haut und Schleimhautveränderungen wieder langsam ab.
Selten tritt als Komplikation eine Hirnhautentzündung hinzu.

Maßnahmen
Die Kinder sollten bis dahin zu Hause bleiben. Die höchste Ansteckung besteht in den 2 Tagen vor dem Auftreten der Bläschen. 
Der Stuhl ist für ca. 2 Wochen ansteckend.
Händewaschen mit Einmalhandtüchern ist anzuraten.

Masern 

Inkubationszeit
8 bis 18 Tage (jedoch meistens 14 Tage)

Übertragung
Tröpfcheninfektion auch über größere Entfernungen

Symptome und Krankheitsverlauf
Ähnlich einer schweren Erkältung, häufig mit Bindhautentzündung, Fieber über 39 Grad. Weiße Flecken auf der Wangenschleimhaut.
Der typische Ausschlag (runde rötliche Flecken) tritt erst zwischen dem 3. und 7. Tag auf. Er beginnt am Kopf, hinter den Ohren und breitet sich von da dem Körper hinunter aus.
Gefürchtet ist die Entzündung des Gehirns durch die Masernviren.

Ansteckungsgefahr
5 Tage vor und bis 4 Tage nach Auftreten des Hautausschlages.

Maßnahmen
Masern sind sehr ansteckend!
Der Schulbesuch ist daher erst nach Abklingen der Symptome erlaubt, frühestens jedoch 5 Tage nach Ausbruch des Ausschlages.
Ungeimpfte Geschwister, welche Masern noch nicht hatten müssen 14 Tage daheim bleiben.

Mumps

Inkubationszeit
12 bis 25 Tage (jedoch meistens 18 Tage)

Übertragung
Tröpfcheninfektion (enger Kontakt)

Symptome und Krankheitsverlauf
Reizbarkeit, Appetitlosigkeit, Ohren- sowie Halsschmerzen, besonders beim Kauen zeigt sich der Schmerz.
Eine oder sogar beide Speicheldrüsen (vor dem Ohr) schwellen an.
Fieber bis 39 Grad
Dauer der Mumpserkrankung: 5 bis 10 Tage

Meistens verläuft Mumps milde. Es können jedoch auch Komplikationen auftreten, wie z.B. Hirnhautreizung, Hodenentzündung, Bauchspeicheldrüsenentzündung auch eine Schädigung von Gehör oder Gleichgewichtssinn kann sich einstellen.

Ansteckungsgefahr
7 Tage vor bis 9 Tage nach der sichtbaren Schwellung.

Maßnahmen
Nach dem Abklingen der aufgetretenen Symptome, jedoch frühestens nach 9 Tagen der Drüsenschwellung ist der Besuch der Schule erst wieder erlaubt.
Geschwister oder enge Kontaktpersonen, welche selbst noch nicht Mumps hatten oder ungeimpft sind, müssen 18 Tage daheim bleiben.

Ringelröteln

Inkubationszeit
4 bis 19 Tage (jedoch meistens 18 Tage)

Übertragung
Tröpfcheninfektion
Etwa die Hälfte der Erwachsenen haben diese Ringelröteln unbemerkt schon gehabt. Die ansteckende Zeit entspricht der Inkubationszeit, da ab Erscheinen des typischen schmetterlingförmigen Ausschlages keine Ansteckungsgefahr mehr besteht.

Symptome und Krankheitsverlauf
Im Gesicht zeigt sich eine an einen Schmetterling erinnernde bläulich rötliche Verfärbung. Nicht betroffen sind Kinn- und die Mundregion.
Desweiteren breitet sich der Ausschlag über den ganzen Körper aus, später beginnt er im Zentrum abzublassen, dadurch erscheint er girlandenförmig.
Gelegentlich treten vorübergehende Gelenkbeschwerden auf. 
Ringelröteln sind eine leichte Erkrankung, welch auch ohne Behandlung folgenlos abheilt.

Maßnahmen
Da Ringelröteln eine Schwangerschaft stören können (Fehl- oder Todgeburt) sollten schwangere Frauen den Kontakt mit erkrankten oder ansteckungsverdächtigen Kindern meiden.
Sollte dennoch ein Kontakt stattgefunden haben ist ein sofortiger Besuch beim Arzt anzuraten! 

Röteln

Inkubationszeit
14 bis 21 Tage (jedoch meistens 18 Tage)
Die Ansteckungsgefahr erstreckt sich von 7 Tagen vor bis 7 Tage nach dem Ausbruch des Ausschlages.

Übertragung
Tröpfcheninfektion

Symptome und Krankheitsverlauf
Es treten zuerst im Gesicht kleine hellrote Flecken auf.
Das Fieber geht selten über 38 Grad hinaus.
Die Erkrankung dauert ca. 5 Tage häufig auch ohne die typischen Krankheitszeichen.

Für die erkrankten Kinder verläuft sie meist harmlos und ohne Komplikationen.

Gefährlich kann Röteln jedoch für Schwangere bis zur 17. Schwangerschaftswoche werden. Neben körperlichen Schäden kann die Erkrankung auch zum Tod des Fötus führen. Daher Kontakt meiden im Zweifelsfalle sofort zum Arzt.

Maßnahmen
Nach Abklingen der Rötelerkrankung kann die Schule wieder besucht werden.

Scharlach

Scharlach wird durch A-Streptokokken ausgelöst. Diese Bakteriengruppe verursachen auch noch andere Erkrankungen wie z.B. eitrige Halsentzündung, Wundrose, rheumatisches Fieber, Nierenentzündungen.
Etwa ein Fünftel der Bevölkerung ist von diesem Erreger besiedelt, jedoch ohne selbst zu erkranken. Natürlich können sie andere Menschen damit infizieren.

Inkubationszeit
2 bis 4 Tage
Die Ansteckungsgefahr erstreckt sich von 7 Tagen vor bis 7 Tage nach dem Ausbruch des Ausschlages. Bei 7 Tagen Erkrankung sind die KInder somit 3 Wochen lang ansteckend.

Übertragung
Tröpfcheninfektion (Husten, Niesen, Sprechen)

Symptome und Krankheitsverlauf
Es beginnt mit Husten, Halsschmerz, einer Himbeerzunge (mit Rötung in Rachen und Gaumen), Lymphknotenschwellung und oftmals kommt noch Erbrechen hinzu.
Nach 1 bis 2 Tagen tritt der typische Hautausschlag (kleine rötliche Papeln = Knötchen oder Bläschen) in der Leiste auf. Die Haut kann sich samtartig anfühlen. 
Nach Abklingen er Erkrankung beginnen sich die Handinnenflächen und die Fußsohlen abzuschuppen.

Da seit einiger Zeit Scharlach auch öfter auftritt verläuft die Erkrankung bei zwei oder mehrmaligen Auftreten symptomärmer und kann oft erst mit Beginn der Hautschuppung gestellt werden.

Maßnahmen
Erkrankte Kinder dürfen die Schule nicht besuchen.
Nach § 34 IfSG muss Scharlach von der Schule dem Gesundheitsamt gemeldet werden.

Wird das erkrankte Kind mit Antibiotika behandelt kann es mit ärztlichem Attest die Schule wieder besuchen.

Windpocken

Windpocken werden durch Viren übertragen und sind hochansteckend. Ein Schutz besteht wenn man die Erkrankung durchgemacht hat lebenslänglich, bei einer Impfung besteht der Impfschutz, wenn im Kindesalter 2 mal geimpft wurde.

Inkubationszeit
2 bis 3 Wochen (jedoch meistens 13 – 17 Tage)
Die Ansteckungsgefahr beginnt 1 bis 2 Tage vor dem Auftreten des Ausschlages und
endet 5 bis 7 Tage nach dem das letzte Bläschen aufgetreten ist.
Die Ansteckungsgefahr über die Berührung ist erst vorüber, wenn alle Bläschen verkrustet sind.

Übertragung
Schmier- oder Tröpfcheninfektion
Husten, Sprechen oder über berühren der befallenen Hautareale.

Symptome und Krankheitsverlauf
Bei Kindern kommt es zu Abgeschlagenheit und einer leichten Erhöhung der Temperatur. Am gesamten Körper, auch auf der Kopfhaut und den Schleimhäuten treten rote Flecken auf, die zu kleinen juckenden Bläschen werden. Die Bläschen sind mit einer klaren später trübe werdenden Flüssigkeit gefüllt. Um die Bläschen findet sich ein kleiner roter Hof.
Hände und Füße werden selten befallen.
Erst nach mehreren Tagen bilden sich Krusten, welche fest haften und nach 2 Wochen abfallen.
Durch den starken Juckreiz kommt es oftmals dazu, dass die Krusten abgekrazt werden, was dann auch Narben zurücklassen kann.

Maßnahmen
Nach § 34 des IfSG dürfen Erkrankte die Schule nicht besuchen bis nach ärztlichem Urteil eine Ansteckung anderer Kinder nicht mehr gegeben ist. Das ist etwa 1 Woche nach Ausbruch der Erkrankung und trifft mit der Verkrustung zusammen.


Meldepflicht

Manche Infektionserkrankungen sind meldepflichtig. Bitte teilen Sie uns deshalb bei Infektionserkrankungen auch die Krankheit mit, wenn sie nicht in ärztlicher Behandlung sind. Das selbe gilt natürlich auch für Erzieher, Lehrkräfte und Betreuungspersonal.

 

2,272 total views, 5 views today