Belehrung Infektionsschutz

Belehrung gemäß § 34 des Infektionsschutzgesetzes

Bedenken Sie bitte, dass ein an einer Infektion erkranktes Kind nicht nur die anderen Kinder und Lehrpersonen anstecken kann, sondern auch durch die geschwächte Immunabwehr sich noch eine Folgeerkrankung (mit Komplikationen) einfangen kann.

Daher möchten wir Sie hier über ihre Pflichten, Verhalten und die übliche Vorgehensweise informieren. Infektionskrankheiten haben nicht mit mangelnder Hygiene zu tun, deshalb bitten wir Sie um Offenheit und vertrauensvolle Zusammenarbeit.

Das Infektionsschutzgesetz bestimmt, dass ein Kind eine Schule nicht besuchen darf, wenn es 

  1. An einer schweren Infektion oder einer Infektion, welche schwer verlaufen kann erkrankt oder dessen verdächtig ist. wie z.B.
    EHEC, Tuberkulose, Keuchhusten, Masern, Mumps, Scharlach, Hirnhautentzündung durch Meningkokken, Hepatitis A
  2. An einem Befall von Kopfläusen oder deren lebensfähigen Nissen befallen ist und noch nicht mit einer wirkungsvollen Behandlung begonnen wurde.
  3. Es vor der Vollendung des 6. Lebensjahres an einer infektiösen Gastroenteritis erkrankt ist oder ein entsprechender Verdacht besteht.

Beachten Sie, dass die Übertragungswege verschieden sind.

Die meisten Durchfälle sowie Hepatitis A sind sogenannte Schmierinfektionen. Die Übertragung erfolgt durch mangelnde Händehygiene, sowie durch verunreinigte Lebensmittel, selten auch durch Gegenstände wie Handtücher, Möbel oder Spielsachen.

Tröpfcheninfektion finden wir bei Masern, Mumps, Windpocken und Keuchhusten. 

Durch Haar-, Haut- und Schleimhautkontakte werden Krätze, Läuse und ansteckende Borkenflechte übertragen.

Aus diesen Übertragungswegen erklärt sich, dass sich an Bildungseinrichtungen besonders günstige Bedingungen für eine Übertragung der genannten Krankheiten besteht. Wir bitten Sie daher also, bei ernsthaften Erkrankungen ihres Kindes immer Ihren Hausarzt um Rat zu fragen. Dies gilt besonders bei hohem Fieber, auffallender Müdigkeit, wiederholtem Erbrechen, Durchfällen die länger als einen Tag andauern sowei bei anderen besorgniserregenden Symptomen.

Ihr Arzt wird Ihnen bei einem entsprechenden Krankheitsverdacht oder wenn er die Diagnose erstellt hat, Auskunft darüber geben, ob Ihr Kind eine Erkrankung hat, die den Besuch der Schule nach dem Infektionsschutzgesetz verbietet.

Muss Ihr Kind daheim bleiben oder gar im Krankenhaus behandelt werden, so benachrichtigen Sie uns bitte sofort und teilen uns dabei auch die Diagnose des Arztes mit. Wir werden dann die notwendigen Schritte evt. mit dem Gesundheitsamt einleiten damit einer Weiterverbreitung der Infektionskrankheit Einhalt geboten wird.

Leider ist es so, dass viele Infektionserkrankungen bereits ansteckend sind bevor die ersten Symptome auftreten. Das bedeutet wiederum, dass ein sich Kind ober eine Lehrperson bereits angesteckt haben kann, wenn es mit den ersten Symptomen zu Hause bleiben muss. Auch in so einem Falle müssen wir, anonym versteht sich, über das Vorliegen einer ernsthaften ansteckenden Krankheit informieren.

Manchmal nehmen wir Menschen Erreger auf, ohne zu erkranken. Auch kommt es vor, dass über den Stuhl Erreger ausgeschieden werden, obwohl die Erkrankungssymptome schon abgeklungen sind. Auch können oft noch über Tröpfchen, beim Sprechen oder Husten noch Erreger nach der Erkrankung übertragen werden.Dadurch können Personal und andere Kinder angesteckt werden.
Das Infektionsschutzgesetz sieht bei solchen „Ausscheider“ von Cholera-, Diphterie-, EHEC-, Thyphus-, Parathyphus- und Shigellenruhr -Bakterien, vor dass die Schule nur mit Genehmigung und Belehrung des Gesundheitsamtes wieder besucht werden darf.

Auch wenn jemand aus der Familie an einer schweren oder hochansteckenden Infektionserkrankung, wie Masern, Mumps oder einer Meningkokken-Gehirnhautentzündung leidet, können weitere Familienmitglieder die Krankheit bereits aufgenommen haben und dann ansteckend sein. Auch einem solchen Fall muss das Kind daheim bleiben.

Wann ein Besuchsverbot der Schule für Ausscheider oder ein möglicherweise infiziertes, aber nicht erkranktes Kind besteht, kann ihnen Ihr Arzt oder das Gesundheitsamt mitteilen. Auch in diesen beiden genannten Fällen müssen Sie uns benachrichtigen.

Gegen Diphterie, Masern, Mumps, Rötelm, Kinderlähmung, Keuchhusten, Meningkokken, Windpocken und Hepatitis A stehen Schutzimpfungen zur Verfügung. Liegt dadurch ein Schutz vor, kann das Gesundheitsamt in Einzelfällen das Besuchsverbot sofort aufheben. Bitte bedenken Sie, dass ein optimaler Impfschutz jedem Einzelnen sowie der Allgemeinheit dient.

Sollten Sie noch Fragen haben, wenden SIe sich bitte an Ihren Haus- oder Kinderarzt oder an das Gesundheitsamt im Landratsamt Kelheim.
Telefon: 09441/207-6000 

 

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